Globin | 1911

„Putzt Schuhe nur mit Globin“ – die Botschaft ist unmissverständlich: weiße Buchstaben auf einem Grund, so schwarz wie die Schuhcreme selbst.
Globin kam von der Firma Fritz Schulz jun., 1878 in Leipzig gegründet. Gründer war offenbar Gustav von Philipp aus Triebel; der Firmenname soll aus der Familie seiner Frau stammen. 1900 wurde das Unternehmen eine Aktiengesellschaft und als Globus-Werke bekannt – daher die Markenfamilie mit „Glob“: Globin, Globol, Globella.
In dieser Anzeige aus der illustrierten Wochenzeitschrift Die Hamburger Woche von 1911 trägt die Dose die Medaillen der Weltausstellungen in Paris (1900) und St. Louis (1904) als Gütesiegel. Eine Dose kostete 20 Pfennig, mehr als das Heft selbst mit 15.
Die Firma hatte Tochtergesellschaften in den USA und England, die im Ersten Weltkrieg beschlagnahmt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Leipzig im Osten; 1949 wurde das Werk verstaatlicht. Nach der Wiedervereinigung endete die Produktion.
Schuheputzen war ein häusliches Ritual in einer Zeit, in der man viel zu Fuß ging und Lederschuhe lange halten mussten. Geblieben sind die Emailleschilder mit der runden Globin-Dose, bis heute bei Sammlern gesucht.
Text der Anzeige
Putzt Schuhe nur mit Globin
in Dosen à 20 Pf. überall zu haben.
Dose: Fritz Schulz jun. Akt.-Ges., Leipzig · „Globin“ · Bestes Schuh-Putzmittel · Macht das Leder weich und gibt schönsten Hochglanz · Grand Prix St. Louis 1904 · Gold-Med. Paris 1900
- Marke
- Globin
- Jahr
- 1911
- Jahrzehnt
- 1910er
- Land
- Deutschland
- Medium
- Zeitschrift
- Themen
- Wohnen
- Erschienen in
- Die Hamburger Woche, 1911